Auf einen Blick

Nehmen Sie 4–20 mA für lange Leitungen, Anlagen mit Frequenzumrichtern und Schweißtechnik sowie überall dort, wo ein Drahtbruch erkannt werden muss – das Signal fällt im Normalbetrieb nie auf null. Nehmen Sie 0–10 V für kurze Leitungen im Schaltschrank oder in der Maschine an einen Spannungseingang. Wenn noch offen ist, welchen Eingang die Steuerung hat, liefert ein Sensor mit Doppelausgang 0–10 V und 0–20 mA gleichzeitig. Warum ein Spannungsausgang immer eine eigene Versorgungsader braucht, erklärt der Beitrag 2-, 3- und 4-Leiter-Anschluss von Transmittern (Englisch).

Produktreihe: Analoge induktive Näherungssensoren von SEGMENsensor – 4–20 mA, 0–10 V oder Doppelausgang, Messbereiche bis 10 mm, 0,02 mm Wiederholgenauigkeit, D6,5 / M8 / M12.

Ein analoger Näherungssensor misst den Abstand zu einem metallischen Target und gibt ihn als stetiges Signal aus, statt nur zu schalten. Typische Aufgaben im deutschen Maschinenbau sind Spaltmessung an Pressen und Spannvorrichtungen, Positionsrückmeldung an Hydraulikachsen oder die Kontrolle von Wellenlage und Rundlauf. Nach dem Messbereich ist das Ausgangssignal die erste Entscheidung: Es bestimmt, wie lang die Leitung sein darf, wie die Steuerung einen Fehler erkennt und wie der Eingang beschaltet werden muss. Dieser Leitfaden vergleicht 4–20 mA und 0–10 V, erklärt den Doppelausgang und zeigt, wie das Signal skaliert und geprüft wird.

Was ist der Unterschied zwischen 4–20 mA und 0–10 V?

Ein 4–20-mA-Signal bildet den gemessenen Abstand als Strom ab. Weil durch die gesamte Schleife derselbe Strom fließt, ändert der Leitungswiderstand den Wert in der Steuerung nicht, solange die Gesamtbürde innerhalb der Sensorgrenze bleibt. Die Normbereiche legt IEC 60381-1 – Analogsignale für Prozessleitsysteme, Gleichstromsignale ↗ fest. Ein 0–10-V-Signal bildet den Abstand als Spannung ab. Es ist einfach zu verdrahten und abzulesen, aber jeder Spannungsabfall und jede auf der Leitung eingekoppelte Störung geht direkt in den Messwert ein; Spannungssignale behandelt IEC 60381-2 – Analogsignale für Prozessleitsysteme, Gleichspannungssignale ↗.

Diagramm Ausgangssignal über Abstand beim analogen Näherungssensor: 4–20 mA steigt von 4 mA auf 20 mA, 0–10 V von 0 V auf 10 V über den Messbereich; unter 4 mA bedeutet Fehler
Idealisierter Ausgang über den Messbereich. Das „Live Zero“ bei 4 mA lässt die Steuerung einen echten Nullwert von einem Drahtbruch unterscheiden.

4–20 mA und 0–10 V im direkten Vergleich

Kriterium4–20 mA (Strom)0–10 V (Spannung)
Einfluss der LeitungslängeGering, innerhalb der BürdengrenzeSpannungsabfall und Einstreuung gehen in den Messwert ein
StörfestigkeitHöherGeringer; Leitungen kurz und geschirmt halten
DrahtbrucherkennungJa: Live Zero bei 4 mA, ein Drahtbruch ergibt 0 mANein: 0 V kann ein echter Messwert oder ein Fehler sein
Lastgrenze (SGI-AO)≤ 400 Ω≥ 2 kΩ
Typischer EingangSPS-Stromeingang, ProzessreglerSPS-Spannungseingang, Antriebe, Einbauanzeigen
Am besten fürLange Leitungen, störbehaftete Anlagen, sicherheitsrelevante ÜberwachungKurze Leitungen in der Maschine oder im Schaltschrank

Warum 4–20 mA statt 0–10 V?

  • Live Zero. Der Bereichsanfang liegt bei 4 mA, nicht bei null. Ein Messwert unter etwa 4 mA bedeutet deshalb einen Fehler – Drahtbruch, lose Klemme oder fehlende Versorgung – und kein Target am Bereichsende.
  • Leitungswiderstand spielt innerhalb der Bürdengrenze keine Rolle. Eine Stromquelle treibt denselben Strom durch die Schleife; der Steuerungseingang sieht den richtigen Wert, ob die Leitung 2 m oder deutlich länger ist – vorausgesetzt, Leitungs- und Eingangswiderstand bleiben zusammen innerhalb der Bürde von ≤ 400 Ω des SGI-AO-Sensors.
  • Bessere Störfestigkeit. Der niedrige Eingangswiderstand eines Stromeingangs macht ihn unempfindlicher gegen Spannungen, die von Frequenzumrichtern, Motoren und Schweißanlagen eingekoppelt werden.

Die Nachteile sind gering: Ein Stromeingang kostet etwas mehr, der Schleifenwiderstand muss geprüft werden, und ein 4–20-mA-Signal lässt sich ohne Shunt-Widerstand nicht mit einem einfachen Voltmeter ablesen.

Wann lohnt sich die Doppelausgangs-Version?

Die Doppelausgangs-Modelle (M) von SEGMENsensor liefern 0–10 V und 0–20 mA gleichzeitig – 0–10 V an ≥ 2 kΩ und 0–20 mA an ≤ 400 Ω. Eine Bestellnummer deckt damit beide Eingangsarten ab. Das hilft, wenn dieselbe Maschine je nach Endkunde mit unterschiedlichen Steuerungen gebaut wird oder wenn eine Vor-Ort-Anzeige die Spannung und die SPS den Strom liest. Beachten Sie: Der Stromausgang der Doppelausgangs-Modelle ist 0–20 mA, nicht 4–20 mA. Er hat kein Live Zero – wenn Sie Drahtbrucherkennung brauchen, wählen Sie das 4–20-mA-Modell (I).

Kennbuchstabe in der BestellnummerAusgangBeispiel
I4–20 mASGI-AO12S-040I-Q4
V0–10 VSGI-AO12S-040V-Q4
M0–10 V + 0–20 mASGI-AO12S-040M-Q4

Wie wird ein analoger Näherungssensor angeschlossen?

Versorgen Sie den Sensor mit 18–30 V DC, beschalten Sie einen Eingang desselben Signaltyps und halten Sie die Lastgrenzen ein. Im Einzelnen:

  • Versorgung 18–30 V DC. Analoge Sensoren brauchen eine höhere Mindestspannung als viele schaltende Sensoren – prüfen Sie bei langen Leitungen die Spannung am Sensor.
  • Das Signal auf einen Eingang legen, der für denselben Signaltyp konfiguriert ist. Ein 4–20-mA-Sensor an einem als Spannung parametrierten Eingang – oder umgekehrt – ergibt einen festen oder unsinnigen Wert.
  • Gesamtlast innerhalb der Grenzen halten: ≤ 400 Ω bei Strom, ≥ 2 kΩ bei Spannung.
  • Für Analogsignale geschirmte Leitung verwenden, getrennt von Motor- und Umrichterleitungen verlegen und den Schirm einseitig erden.
  • Den Anschlussplan im Datenblatt Ihrer Bestellnummer beachten; Doppelausgangs-Modelle haben eine zusätzliche Ader.

Für die Fehlersuche an Stromschleifen allgemein siehe Drucktransmitter 4–20 mA anschließen – die Regeln für die Schleife sind dieselben.

Messbereich, Target und Eingang abstimmen
  • Nennen Sie uns Messbereich, Targetmaterial und Steuerungseingang – wir empfehlen Bauform und Ausgangscode innerhalb von 24 Stunden (Mo–Fr).
  • Qualifizierungsmuster 1–5 Stück für die Erprobung im OEM-Projekt; Serienliefer­zeit und MOQ werden mit dem Angebot bestätigt. Anfrage senden oder E-Mail an info@segmensensor.com.

Signal skalieren und zwischen Signalarten umwandeln

In der SPS wird das Rohsignal auf den Abstand skaliert. Für einen 4–20-mA-Sensor mit linearem Bereich von dmin bis dmax gilt:

Abstand = dmin + (I − 4 mA) ÷ 16 mA × (dmax − dmin)

Für 0–10 V gilt Abstand = dmin + U ÷ 10 V × (dmax − dmin). Da die Linearität besser als 5 %, aber nicht ideal ist, kalibrieren Sie am realen Target: Signal an beiden Enden des Verfahrwegs aufnehmen (bei hohen Genauigkeitsanforderungen auch einige Zwischenpunkte) und diese Werte verwenden. Eine Wiederholgenauigkeit von 0,02 mm bedeutet, dass der Sensor beim gleichen Abstand denselben Wert liefert – eine Kalibriertabelle bleibt also gültig.

4–20 mA in eine Spannung umwandeln: Ein Präzisionswiderstand parallel zu einem Spannungseingang wandelt Strom in Spannung um (U = I × R). 500 Ω ergeben 2–10 V, 250 Ω ergeben 1–5 V. Prüfen Sie, dass Widerstand plus Leitung innerhalb der Bürde von ≤ 400 Ω des Sensors bleiben – 500 Ω liegen darüber; nehmen Sie also 250 Ω oder gleich ein 0–10-V- bzw. Doppelausgangs-Modell.

Signal vor Ort prüfen

MesswertBedeutungPrüfen
0 mA bei einem 4–20-mA-SensorDrahtbruch, lose Klemme oder keine VersorgungVersorgungsspannung am Sensor, Klemmen, Leitung
Fest an einem BereichsendeTarget außerhalb des Messbereichs oder falscher EingangstypAbstand, Sensorposition, Eingangskonfiguration
Messwert springt oder driftetStöreinkopplung, Schirm nicht geerdet, Target vibriertLeitungsführung, Schirm, mechanische Stabilität
Bereich kleiner als erwartetTarget aus NichteisenmetallAm realen Target kalibrieren; Aluminium und Messing ergeben einen kürzeren Bereich als Stahl

Häufige Fragen (FAQ)

Warum 4–20 mA statt 0–10 V verwenden?
Weil ein 4–20-mA-Signal innerhalb der Bürdengrenze nicht vom Leitungswiderstand beeinflusst wird, weniger störempfindlich ist und das Live Zero bei 4 mA der Steuerung erlaubt, einen Drahtbruch zu erkennen.
Wie lang darf eine 0–10-V-Leitung sein?
Einen festen Wert gibt es nicht: Er hängt von Leitungswiderstand, Eingangswiderstand und Störpegel in der Anlage ab. Halten Sie 0–10-V-Leitungen kurz und geschirmt und nehmen Sie für lange Strecken 4–20 mA.
Wie wandle ich 4–20 mA in eine Spannung um?
Mit einem Präzisionswiderstand parallel zu einem Spannungseingang: 250 Ω ergeben 1–5 V. Die Gesamtbürde muss innerhalb der 400-Ω-Grenze des SGI-AO-Stromausgangs bleiben.
Was bringt die Doppelausgangs-Version?
Die M-Modelle von SEGMENsensor liefern 0–10 V und 0–20 mA gleichzeitig, sodass eine Bestellnummer beide Eingangsarten abdeckt. Für Drahtbrucherkennung wählen Sie das 4–20-mA-Modell (I).
Welche Nachteile hat ein 4–20-mA-Signal?
Der Schleifenwiderstand muss innerhalb der Bürdengrenze des Sensors bleiben, Stromeingänge kosten etwas mehr, und das Signal lässt sich nicht direkt mit einem Voltmeter ablesen.
Welche Metalle kann ein analoger induktiver Sensor messen?
Alle Metalle, darunter Stahl, Edelstahl, Messing und Aluminium. Die Messbereiche beziehen sich auf Stahl; Nichteisenmetalle ergeben einen kürzeren Bereich, deshalb am realen Target kalibrieren.

Weiterlesen: Analoge induktive Näherungssensoren · 4–20-mA-Schleife anschließen · Schaltabstand von Näherungsschaltern erklärt · Näherungssensoren für extreme Umgebungen
Die technischen Daten entsprechen den SEGMENsensor-Produktseiten zum Veröffentlichungsdatum; Datenblätter und Maßzeichnungen senden wir auf Anfrage.

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