Auf einen Blick
LVDT-Sensoren eignen sich für kurze bis mittlere Messbereiche (±0,5 mm–±500 mm) in Vibrationsumgebungen und bei Temperaturen über +85 °C. Magnetostriktive Wegaufnehmer sind die bessere Wahl bei langen Messbereichen (>500 mm), Hydraulikzylindern (bis 350 bar) und wenn absolute Position ohne Referenzfahrt nach Stromausfall gefragt ist.
Messprinzip: Wie funktionieren LVDT und magnetostriktiv?
LVDT – Linear Variable Differential Transformer
Ein LVDT besteht aus einer Primärspule und zwei sekundären Spulen, die symmetrisch um einen beweglichen Ferromagnet-Kern (den Taucher) angeordnet sind. Bewegt sich der Kern, ändert sich die Kopplung zwischen Primär- und Sekundärspulen: die Differenzspannung der beiden Sekundärspulen ist direkt proportional zur Kernposition. Da keine mechanische Verbindung zwischen Kern und Gehäuse besteht, ist das Messprinzip berührungslos und theoretisch verschleißfrei. Das Ausgangssignal ist von Natur aus analog und kontinuierlich – mit theoretisch unendlicher Auflösung.
Magnetostriktiver Wegaufnehmer
Der magnetostriktive Sensor nutzt den Wiedemann-Effekt: Ein Strompuls wird entlang eines ferromagnetischen Wellenleiters (dem Messrohr) geschickt. An der Stelle, wo das Magnetfeld des Impulses auf das Magnetfeld eines externen Positionsmagneten (Schiebers) trifft, entsteht durch magnetostriktive Wechselwirkung eine mechanische Torsionswelle. Die Laufzeit dieser Torsionswelle zurück zum Sensor-Kopf ist direkt proportional zur Entfernung des Magneten. Das Ergebnis ist ein absoluter, digitaler Positionswert – keine Referenzfahrt erforderlich.
Direktvergleich: LVDT vs. Magnetostriktiv
| Kriterium | LVDT Wegaufnehmer | Magnetostriktiver Sensor |
|---|---|---|
| Messprinzip | Elektromagnetische Induktion, berührungslos | Torsionsultraschall (Wiedemann-Effekt), berührungslos |
| Messbereich | ±0,5 mm bis ±500 mm (Standard) | 25 mm bis 7.620 mm |
| Linearität | ±0,1–0,25 % FS | ±0,05 % FS (typisch) |
| Auflösung | Theoretisch unendlich (analog) | 0,001–0,01 mm (digital) |
| Wiederholgenauigkeit | ±0,1 % FS | ±0,01 % FS |
| Betriebstemperatur | −55 °C bis +150 °C (bis +200 °C sonderausg.) | −40 °C bis +85 °C (Standard) |
| Betriebsdruck | Bis ~100 bar (mit Druckgehäuse) | Bis 350 bar (direkt im Zylinder) |
| Ausgangssignal | AC-Differenzspannung, 4–20 mA, 0–10 V (mit Aufbereiter) | 4–20 mA, 0–10 V, SSI, Modbus, CANopen, Profibus |
| Absolute Position | Nein (inkremental/analog) | Ja – keine Referenzfahrt nach Stromausfall |
| Vibrationsfestigkeit | Sehr hoch (berührungslos, keine Resonanz) | Hoch |
| Einbau Hydraulik | Möglich (Zusatzgehäuse erforderlich) | Direkt ins Zylinderrohr integrierbar |
| Typischer Preis | Mittel (Sensor + Aufbereiter) | Vergleichbar (kein separater Aufbereiter bei Digitalausgang) |
| MOQ SEGMENsensor | Ab 5 Stück | Ab 5 Stück |
| Lieferzeit | 2–4 Wochen (Standard) | 2–4 Wochen (Standard) |
Typische Anwendungen und Stärken
Wann ist LVDT die richtige Wahl?
LVDTs sind seit Jahrzehnten das Arbeitspferd der hochpräzisen Wegmesstechnik. Ihr Analogausgang liefert ein kontinuierliches Signal ohne Quantisierungsfehler – ideal für:
- Prüf- und Messtechnik: Materialprüfmaschinen, Kraftmesseinrichtungen, Koordinatenmessgeräte
- Hochtemperaturanwendungen: Motorenprüfstände, Turbinenmessungen, Ofenprozesse (>+85 °C)
- Starke Vibrationsumgebungen: Vibrationsprüfstände, Hammerschläge, dynamische Kraftmessung
- Kurze bis mittlere Hübe: ±0,5 mm Nano-Präzision bis ±500 mm Standardmessung
- Medizintechnik: Beatmungsgeräte, Dosierpumpen, Sterilisierungssysteme
Wann ist magnetostriktiv die richtige Wahl?
Magnetostriktive Sensoren haben LVDT-Systeme in hydraulischen Anwendungen und bei langen Messbereichen weitgehend verdrängt – dank absoluter Positionserfassung und direkter Bus-Integration:
- Hydraulikzylinder: Direkter Einbau ins Zylinderrohr, Betriebsdruck bis 350 bar, kein zusätzliches Gehäuse
- Werkzeugmaschinen / CNC: Absolute Position nach Not-Aus ohne Referenzfahrt
- Lange Messbereiche: Krane, Hebebühnen, Lineartische über 1.000 mm
- SPS-Integration: Digitale Bus-Ausgänge (Modbus RTU, SSI, CANopen) ohne Signalaufbereiter
- Füllstandsmessung: Kontinuierliche Messung in Tanks mit langem Wellenleiter und schwimmendem Magneten
Entscheidungsmatrix: LVDT oder Magnetostriktiv?
✔ Wählen Sie LVDT wenn …
- Messbereich unter ±500 mm
- Betriebstemperatur über +85 °C
- Starke Stoß- und Vibrationsbelastung
- Sub-Mikrometer-Auflösung für Messtechnik
- Analogausgang ohne Digitalkonverter gewünscht
- Medizin- oder Luftfahrt-Normen erfordern bewährte Analogtechnik
✔ Wählen Sie Magnetostriktiv wenn …
- Messbereich über 500 mm
- Einbau in Hydraulikzylinder (bis 350 bar)
- Absolute Position nach Stromausfall erforderlich
- Digitaler Bus-Ausgang (Modbus / SSI / CANopen)
- Kontinuierliche Füllstandsmessung im Tank
- Mehrachsige Positionierung in Automatisierungsanlagen
- SEGMENsensor liefert LVDT-Wegaufnehmer und magnetostriktive Sensoren direkt ab Werk in Shenzhen
- MOQ ab 10 Stück für beide Produktlinien — Muster ab 1 Stück für Ersterprobung
- Verbindliches Angebot innerhalb von 24 Stunden, CE + RoHS bei jeder Bestellung
- OEM-Label, Sonderspezifikation (Kabeltyp, Stecker, Schutzart, Messbereich) ab MOQ 10 Stück
Ausgangssignale im Detail
Der Ausgangssignal-Typ ist oft der entscheidende Faktor bei der Systemintegration:
LVDT: Das native Ausgangssignal ist eine differenzielle Wechselspannung (typisch 1–10 V AC). Für SPS-Integration ist ein Signalaufbereiter erforderlich, der das Signal in 4–20 mA, 0–10 V oder ±10 V DC umwandelt. Der Aufbereiter erhöht die Systemkosten, bietet aber auch Möglichkeiten zur Skalierung und Filterung.
Magnetostriktiv: Moderne magnetostriktive Sensoren integrieren die Signalverarbeitung im Sensorkopf und geben direkt 4–20 mA oder digitale Bus-Signale aus. Für Modbus RTU, SSI oder CANopen ist kein externer Aufbereiter notwendig — der Sensor schließt direkt an die SPS an. Das vereinfacht die Verkabelung erheblich und reduziert Fehlerquellen.
Magnetostriktiv in Hydraulikzylindern: der Standard
Hydraulikzylinder-Positionsmessung ist das Kerngebiet magnetostriktiver Sensoren. Der Wellenleiter (Messrohr) wird durch den hohlen Kolbenstab des Zylinders geführt; der Positionsmagnet ist am Kolben befestigt und bewegt sich mit dem Hydraulikdruck mit. Da der Sensor vollständig von der Hydraulikflüssigkeit umgeben ist, muss das Sensorkopfgehäuse für Drücke bis 350 bar ausgelegt sein — was bei SEGMENsensor serienmäßig gegeben ist.
Entscheidend: Nach einem Not-Aus oder Stromausfall liest der magnetostriktive Sensor beim Einschalten sofort die aktuelle Kolbenposition — ohne dass eine Referenzfahrt erforderlich ist. Das ist ein unverzichtbares Sicherheitsmerkmal in Pressen, Spritzgussmaschinen und Biegepressen.
- Wikipedia: Linearer Differentialtransformator (LVDT) ↗ — Messprinzip, Bauformen, Anwendungen
- Wikipedia: Magnetostriktion ↗ — Physikalisches Prinzip magnetostriktiver Positionssensoren
- IEC 60770-1 (IEC.ch) ↗ — Transmitter für industrielle Prozesse: Leistungsanforderungen und Prüfverfahren
Häufige Fragen (FAQ)
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